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Hawaii 2006 - Kajak Tour entlang der Na Pali Coast

Seit wir die Na Pali Coast in 2004 zum erstenmal sahen sind wir von dieser Landschaft begeistert. Wir sind dort gewandert, mit einem Katamaran entlang gefahren und haben sie vom Helicopter aus gesehen. In einem Reiseführer fanden wir dann den Hinweis, daß man auch Kajak Touren entlang dieser einmaligen Steilküste unternehmen kann. Die Vorstellung dort in aller Ruhe entlang zu paddeln und Na Pali einen ganzen Tag vor Augen zu haben war für uns sehr verlockend. Dies ist auch der Grund, warum wir dieses Jahr im Sommer und nicht im Winter nach Hawaii flogen. Im Winter ist die Tour wegen der dann sehr hohen Wellen im Norden von Kauai unmöglich.

Am angenehmsten kann man die Na Pali Kajak Tour unternehmen, wenn man auf eigene Faust paddelt und unterwegs im Zelt übernachtet (dafür braucht man ein Permit). Dann hat man genügend Zeit unterwegs alle Strände, Höhlen und Wasserfälle zu erkunden, die einem ins Auge stechen. Allerdings ist diese Variante nur für erfahrene Ozeanpaddler geeignet. Als Neuling und wenn man die Küste von vorherigen Touren noch nicht kennt sollte man sich lieber einer geführten Tour anschließen. Dies haben wir getan und haben es nicht bereut - auch wenn wir dadurch die 17 Meilen an einem Tag zu bewältigen hatten und deshalb zwar ruhig aber stetig durchpaddeln mußten.

Wir hatten uns 3 Firmen angeschaut, die diese Tour von April bis Oktober anbieten:

Die Preise lagen bei allen um die 180 $ pro Nase. Hinzu kamen noch Tax und Nationalpark Gebühr, so daß man bei reichlich 200 $ landete. Das Programm war auch vergleichbar. Sie landen laut Prospekten alle nur einmal nach ca. 12 Meilen am Miloli'i Beach. Ansonsten gibt es unterwegs Pausen auf dem Wasser, wo man auch schwimmen kann und - wenn es die Brandung zuläßt - Besuch einer oder mehrerer Sea Caves auf dem Weg.

Checkin ist bei allen um 6:00 Uhr (Outfitters in Poipu, die anderen in Hanelei). Man muß selber nach Poipu bzw. Hanelei kommen. Pickup beim Hotel gibt es hier nicht. Am Ende wird man wieder nach Poipu bzw. Hanelei gefahren, aber zumindest Napali Kayak setzt einen auf dem Rückweg auch unterwegs am Hotel ab, wenn man nicht zurück nach Hanelei muß, um sein Auto abzuholen.

Wir waren mit Napali Kayak unterwegs. Sie fahren mit mit 2 Guides (bei uns Brad und Mary) mit bis zu 7 Zweiern. Start ist am Ha'ena Beach Park. Bis Ke'e paddelt man eine knappe Meile und hat dort die Wahl abzubrechen (wäre eine teure Meile, denn Geld gibt es nicht zurück). Auch wenn die Guides feststellen, daß man nicht geeignet ist muß man hier abbrechen. Dieser Fall ist aber eher unwahrscheinlich, denn sie nehmen auch Anfänger mit, für welche es vorher am Strand eine kleine Einführung in die Geheimnisse des Paddelns gibt. Kayak Kauai macht es auch so. Outfitters haben wir da nicht gesehen, da diese ja erst eine Stunde von Poipu fahren müssen, bevor sie starten können. Nach Ke'e ist kein Abbruch mehr möglich. Insgesamt paddelt man damit ca. 17 Meilen (reichlich 27 km). Die Boote waren mit Pedalen zum lenken - war am Anfang ungewohnt aber spart Kraft, wenn man sich einmal dran gewöhnt hat. Angefangen zu Paddeln haben wir ungefähr gegen 7:00 Uhr, am Milolii Beach waren wir ca. 12:45 Uhr. Dort gab es eine Stunde Pause mit Sandwich, Obst und Getränken. Das Ziel der Paddeltour den Polihale Beach Park erreichten wir gegen 17:00 Uhr. Dort müssen die Boote verladen werden, man kann duschen und bekommt seine trockenen Sachen, die man in Hanelei abgegeben hat. Hier gab es auch wieder Getränke (jetzt auch alkoholische). Während der Rückfahrt durch die ganze Insel gab es dann nochmal eine kurze Rast und gegen 20:15 Uhr waren wir wieder in Hanelei.

An Ausrüstung gab es neben einer Schwimmweste, die zum Start obligatorisch und später aber nur auf Anordnung (nur bei Landung in Polihale) getragen werden mußte, einen Drybag in dem man Sachen transportieren kann, die nicht nass werden sollen. Außerdem kann man auch normales "Gepäck", dem Wasser nichts ausmacht am Boot festschnallen. Die trockenen Sachen für danach gab man ab und sie wurden mit nach Polihale gebracht.

Gepaddelt wurde in - zumindest für uns - normaler und erträglicher Geschwindigkeit. Die 17 Meilen waren gut zu verkraften. Natürlich merkt man am Ende (und am nächsten Tag) deutlich, was man gemacht hat. Wir hatten vorher arge Bedenken, ob wir eine solche Entfernung überhaupt durchhalten würden. Daher haben wir in Deutschland getestet - im Spreewald die Hochwaldtour. Diese ist eine Rundtour über 25km mit Start und Ziel in Lübbenau. Wenn man bei einem solchen Test schon feststellt, daß es einem zuviel wird sollte man die Na Pali Kajak Tour von der Wunschliste streichen - denn einfacher wird es auf dem Ozean auf keinen Fall.

Man wird beim Buchen auch darauf hingewiesen, daß man etwas gegen Seekrankheit nehmen soll falls man gefährdet ist. Für uns war der Seegang unterwegs jedoch kein Problem - es war ziemlich glatt und abseits der Brandung merkte man nicht viel von den Wellen - auch wenn sie am Strand teilweise große Brecher erzeugten.

Laut Reiseführer bewegen sich Wind und Strömung in der Regel in Richtung Polihale und helfen damit beim Vorwärtskommen. Leider war das an unserem Tag nicht der Fall, sie waren teilweise sogar gegen uns.

Gesehen haben wir Schildkröten, Delphine viele Seevögel und natürlich Na Pali in voller Schönheit. Einige Wasserfälle waren zu sehen und einmal auch zu unterfahren, d.h. zum Duschen zu benutzen - allerdings sind im Sommer die meißten Wasserfälle der Napali leider "nicht in Betrieb" weil es nicht genug regnet. Wir sind auch in eine Sea Cave reingepaddelt - wow - wenn hinter einem die Wellen an die Wand knallen... Eine große Sea Cave, die wir auch vom Katamaran gesehen haben mußten wir leider auslassen, weil da die Brandung schon zu stark war um reinzupaddeln.

Beim Start und auch bei der Rast am Milolii Beach war die Brandung am Ufer kein Problem. Bei der Landung in Polihale sah das ganz anders aus. Dort gab es 2 Meter hohe, vielleicht sogar höhere Brecher am laufenden Band (das soll wohl nicht der normale Zustand sein). Als wir sahen, was am Ufer los ist bekamen wir ein sehr panisches Gefühl im Magen . Da sollen wir durch??? Die Guides haben die Boote dann einzeln ans Ufer gelotst. Mary blieb bis zuletzt auf dem Wasser und schickte jeweils ein Boot los, wenn der Zeitpunkt geeignet erschien. Brad stand am Ufer und gab Zeichen, wie wir vor und zurück sollten um den Brechern zu entgehen. Ein Problem war, daß wir unsere Brillen absezten mußten, um sie beim Kentern nicht zu verlieren. Deshalb konnten wir Brads Zeichen nicht mehr richtig deuten . Ob nun das der Grund war oder ob die Wellen einfach zu schnell kamen ist nicht mehr herauszubekommen. Wir mußten jedenfalls kurz vor dem Strand vom Boot springen um aus dessen Reichweite zu gelangen bevor eine riesige Welle es erwischte. Da wir Schwimmwesten trugen bestand die einzige - aber nicht zu unterschätzende - Gefahr darin, vom Salto vollführenden Kajak getroffen zu werden. Jedenfalls waren wir hier heilfroh, daß wir nicht auf eigene Faust losgezogen sind - keine Ahnung wie wir es sonst an Land geschafft hätten.

Wenn man uns nun fragt ob es die Sache Wert war - einen Haufen Geld zu zahlen um mitten in der Nacht aufzustehen, 17 Meilen zu paddeln, am Schluß eine Bruchlandung hinzulegen und dann noch das Kajak 100 - 200 Meter zur Straße zu schleppen? Zumindest für uns und so wie wir es erlebt haben - auf jeden Fall. Es war ein einmaliges Erlebnis .

Die ungefähre Strecke, die wir gepaddelt sind ist bei Wikiloc zu sehen.

Für diejenigen, die diese Tour auch unternehmen wollen hier noch ein paar Tips:

  • Nicht am Wochenende machen - da ist Miloli'i Beach eventuell überfüllt, weil dann auch viele Einheimische dort sein können
  • Für Brillen die man während der Fahrt trägt ein festes Etui mitnehmen, damit man die Brille im Fall der Fälle (der bei uns z.B. eingetreten ist) sicher in der Schwimmwestentasche oder wo auch immer verstauen kann.
  • Auch überlegen, wie man sonstige Dinge (Mützen, Kameras, ...), die man nicht im Drybag oder angeschnallten Gepäck hat in solchen Fällen sicher mit nach Hause bringt.
  • Für unterwegs genügend Snacks, Wasser und Sonnenschutz mitnehmen.
  • Wenn man gefährdet ist, etwas gegen Seekrankheit einnehmen.